METARENA
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Kurtz Texte


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13.01.2026

Literarischer Jahresrückblick 2025

Buddenbrooks – Thomas Mann
Nach etwa 50 Seiten fragte ich mich, was ich hier gerade lese. Nach etwa 150 Seiten bildeten die Sätze, welche in der Tat verschachtelt, aber immer verständlich waren, eine Art Melodie. Nach 750 Seiten schliesst eine literarische Symphonie, für die er 1929 den Nobelpreis erhielt.

Die Stunde der Physiker – Ernst Peter Fischer
Ein kurzer Abriss der Geschichte der physikalischen Entdeckungen zwischen 1922 und 1932. Anhand der Biografien von Einstein, Planck, Bohr, Pauli, Dirac und Heisenberg werden Erkenntnisse der Physik vermittelt.

Wilhelm Tell – Friedrich Schiller
Muss man als Schweizer gelesen haben. Äch, es geht, eigentlich nicht.

Survival of the Richest - Douglas Rushkoff
Ein für mich inzwischen typischer Vorgang. Einen Text in den «Blättern» gelesen, das Buch bestellt, weitere Bücher geordert. In diesem Werk zeigt er auf, wie die Tech-Milliardäre an Macht gewinnen und, im Gegensatz zu früheren Eliten, die Normalsterblichen überwinden wollen.

Cyberia – Douglas Rushkoff
Dies wäre eines der weiteren Werke. Für 1992 geplant, wurde es erst 1994 veröffentlicht, da «Computerzeugs doch kein Mensch interessiert». Tja. In den frühen 90ern begibt sich Rushkoff in die Cyberkultur in der Bay Area. Computer, Netzwerke, Drogen, Schamanen und Subkulturen beschrieben anhand von Gesprächen, welche er für die Recherche führen wollte und wobei er plötzlich selbst Teil des Geschehens wird. Absolut grossartig, was in den Neunzigern alles möglich schien, umso trauriger das obere Werk, was daraus wurde.
Wir wollen nur deine Seele - Ulrich Bäumer
1984 herausgegeben vom Literaturverlag der Evangelischen Gesellschaft. Er warnt vor satanischer Teufelsmusik und beschreibt lustige Beispiele von «Hotel California» von den Eagles bis Iron Maidens «The Number of the Beast». Ich amüsierte mich prächtig.

Der Novalis – Hermann Hesse
Da ich erst kürzlich von einer entfernten Verwandtschaft mit Hermann Hesse erfuhr, sowie aus dem Nachlass meines Grossonkels einige Werke erhielt, priorisierte ich wenigstens eine kurze Erzählung in meiner Leseliste. Der Novalis dreht sich um eine Ausgabe des «Novalis» von Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, welche öfter den Besitz wechselt. Es veranlasste mich dazu, eine mit Bleistift geschriebene Bemerkung im Buch zu hinterlassen.

Bedrohte Bücher – Richard Ovenden
Seit 2014 ist Richard Ovenden «Bodley’s Librarian» und damit der 26. Leiter der Bodleian Library in Oxford. In diesem Werk geht er an historische Schauplätze an denen Bücher, Archive, Bibliotheken oder allgemein das geschriebene Wort in Gefahr waren, vernichtet, aber auch gerettet wurden. Es liest sich wie ein Krimi und ich ertappte mich dabei, wie ich bei jedem Schauplatz mitfieberte, ob und wie viele Bücher gerettet werden konnten. Bei meinem Besuch in Sarajevo im selben Jahr waren wir in eben jenem Gebäude, welches in einem Kapitel erläutert wird, was nochmals einen ehrfürchtigeren Eindruck hinterliess. Mich veranlasste das Buch dazu, ein Jahresabo bei der Winterthurer Stadtbibliothek zu lösen.

Dragon Ball 8-17 - Akira Toriyama
Klassiker. Brauche ich nicht viel zu schreiben. Nach Toriyamas Tod am 1. März 2024 begann ich erneut mit der Serie, ich hoffe ich komme dieses Jahr etwas weiter.

Lustiges Taschenbuch Heavy Metal
Ja, ein Werbeopfer bin ich. Nostalgie trifft auf Wacken und Heavy Metal, geeeekauft. Meine Notizen zur Lektüre, auf drei Zeilen, wörtlich:
«Alti Comics cool»
«Schamlosi Werbig»
«Kein Bier, Alk, Sex»

Das Integrationsparadox – Aladin El-Mafaalani
Soziologie populärwissenschaftlich erläutert find ich immer gut. El-Mafaalani versteht es aber besonders präzise zu analysieren, dies verständlich zu kommunizieren und sehr anschaulich zu exemplifizieren. Prädikat: Chamä machä.

Die Kinderwüste – Stefan Schulz
Ein weiterer Soziologe, verfolge ihn aber schon seit seiner Zeit beim Aufwachen-Podcast. Sein Buch «Redaktionsschluss», jetzt schon fast 10 Jahre alt, war jedoch ein, wenn nicht das Menetekel für den Journalismus, dessen Entwicklung er erschreckend akkurat vorwegnahm. In «die Kinderwüste» geht es um Familien und was alles getan werden könnte, warum man nichts tut und warum uns das gesamtgesellschaftlich auf die Füsse fallen wird.

Tunnel-Menschen – Jennifer Toth
Ein 1993 veröffentlichtes, nicht unumstrittenes Werk, welches sich den «Mole People», den Maulwurfmenschen widmet. Sie leben in den Katakomben unter New York City. Ich weiss nicht mehr, ob es wegen Hans Maulwurf, einer Criminal Minds Folge oder sonst einer popkulturellen Referenz war, welche mich aufs Thema brachte, aber die schiere Existenz solcher Wohnräume fasziniert mich ungemein.

Arbeitsfrei – Constanze Kurz, Frank Rieger
Das Buch ist von 2013 und beschreibt die menschenleere deutsche Wirtschaft. Noch vor KI-, LLM-, Krypto- oder Blockchain-Hypes wird hier eine durchdigitalisierte Wirtschaft und vor allem der Weg dahin anhand von einzelnen Betrieben und Sektoren beschrieben. Hier bieten sich auch wieder Rückschlüsse zu Rushkoff an, weshalb die neue Tech-Elite die grosse Masse an normalen Menschen gar nicht mehr benötigt. Würden wir die erbrachten Produktivitätsgewinne nun noch gerechter verteilen, kämen wir der Umsetzung des Buchtitels schon erheblich näher.

The Simpsons Secret - Lydia Poulteney, James Hicks
Die Betreiberin des YouTube-Kanals «The Simpsons Theory» veröffentlichte das Buch, welches der Frage nachgeht, wie «Die Simpsons» so viele treffende Vorhersagen machen konnten. Sie beschreibt auch, was den Simpsons fälschlicherweise zugeschrieben wurde und was tatsächlich stattfand. Entgegen der Implikation des Kanalnamens verstrickt sie sich nicht in Verschwörungstheorien, sondern erläutert plausibel und zufriedenstellend die Gründe.

How to – Randall Munroe
Der Typ mit der «What if» Reihe. Dieses Werk ist etwas langatmiger, für den längeren Atmen wird man jedoch mit absurden Erklärungen belohnt.

Brief an die Heuchler – Charb
Zum Jahrestag des islamistisch motivierten Terroranschlags auf die Charlie-Hebdo-Redaktion habe ich bereits einen Text dazu veröffentlicht. Ist im Album Lesestoff zu finden.*

Free Charlie! – Karla Kaktus, Peter Piranha
Ein Comic-Sammelband für die Kunstfreiheit. Meinungsfreiheit. Freiheit.

Dinosaurier – Das Grosse Lexikon
Ich bin irgendwo, mutmasslich FB, auf so eine blöde Texttafel gestossen, in der es sinngemäss hiess: «Es ist schade, wird man als Erwachsener nicht mehr nach seinem Lieblingsdinosaurier gefragt». Ich dachte, tatsächlich, das passiert mir selten. Dann dachte ich, was, wenn es doch passiert, welcher ist denn mein Lieblingsdinosaurier? Da ich nicht immer Batino sagen kann, (Grüsse an die KapoZH) holte ich mir das Lexikon. So wirklich entscheiden kann ich mich nicht, Diabloceratops, Geminiraptor, Sinosauropteryx und Styracosaurus sind in der engeren Auswahl.

The Worrier’s Guide To Life – Gemma Correll
Comics. Ziemlich gute Comics.

Business Cat – Tom Fonder
Comics. Ich amüsiere mich mehr als ich sollte Comics.

Perscheids Abgründe – Martin Perscheid
Sammelband von Perscheid-Klassikern. Einfach grossartig. Ah ja, natürlich nicht zu vergessen: Comics. Aber nicht durch Social Media und Hohlbirnen verunstaltete Comics, sondern die originalen Perscheid-Comics.

Das Männchen ohne Eigenschaften
Von Kriegundfreitag gibt es eine Reclam Edition, liebe es. Allerdings erinnert mich der Titel auch daran, dass ich noch einen riesigen Wälzer von Robert Musil rumliegen habe, den es noch zu lesen gilt. Literarischer Jahresrückblick 2032 vielleicht.

The Book of Shame – Zach M. Stafford
Sowie drei weitere Werke im Kickstarter-Paket. Absolut kruder Humor, genau meine Schiene und natürlich: Comics.

Winterthurer Jahrbuch 2024
Es wurde mir dankenswerterweise kostenfrei überlassen, viel PR-Sprech, aber aus Winterthurer Perspektive durchaus interessant. Die 2025er Version wurde mir bereits von anderer Stelle zugetragen, bin gespannt.

Stupid TV, Be More Funny – Alan Siegel
Die Überraschung des Jahres, das Buch hatte ich so überhaupt nicht auf dem Schirm und plötzlich war es da. Siegel beschreibt den Mikro- und Makrokosmos, der nötig war, respektive den, der mit viel Trial-and-Error, dazu führte, dass eine gelbe Cartoon-Familie Amerika und die Welt eroberte, sicher aber prägte. Einerseits entführt er uns auf der Makroebene, Ende der Achtzigerjahre, in die Zeit der TV Networks und zum Underdog FOX. Andererseits aber auch auf der Mikroebene, welche Charaktere und welche versiffte Bude war nötig, damit in einem unscheinbaren Writersroom die ikonischsten Episoden der Simpsons entstehen konnten.

[empfindungsfæhig] – Reda El Arbi
Reda nervte mich schon beim Tagi, da zumindest fiel er mir erstmals auf. Er sagte dem Tagi «tüdeldüü», er wolle lieber SF-Romane schreiben. Was ein geiler Move, das muss ich natürlich unterstützen. Nach der Lektüre finde ich, die Entscheidung war goldrichtig.

Everything is Great – No context Brits
Ein Best-of von einem Twitter-Kanal, eines wahnsinnig unterhaltsamen Twitter-Kanals. Briten ohne Kontext oder wie es der Subtitel beschreibt: «The Weird, Wild and Wonderful World of Modern Britain».

Sämtliche unfrisierte Gedanken - Stanisław Jerzy Lec
Ich habe von den sehr seeehr vielen Gedanken einige für mich festgehalten, quasi aussortiert, das sind immer noch viel zu viele. Aus denen gebe ich wahllos drei wieder, welche das Konzept veranschaulichen sollen.
1. Der Nationalismus kann gewaltig sein. Niemals gross.
2. Romanschriftsteller: einer, der aus Feigheit seine Gedanken in fremden Köpfen versteckt.
3. »Aus einem Kreuz könnte man zwei Galgen machen« - sagte geringschätzig der Fachmann.

Kalte Füsse – Francesca Melandri
War ein «Buch des Monats» in den «Blättern», sie schreibt über ihren Vater und dessen «Rückkehr aus Russland, die eigentlich eine Rückkehr aus der Ukraine war». Ein einerseits kultureller, da italienischer, aber andererseits auch sprachlicher, da literarisch aussergewöhnlicher, neuer Blickwinkel auf eine Materie, welche in deutscher Sprache sonst oft, wenn auch zurecht, auf Deutschland fixiert ist.

Ahsoka – E. K. Johnston
Ich mag die Animationsserien «The Clone Wars» und «Rebels» sehr. Dieses Buch füllt die tanoaische Lücke dazwischen okayig aus.

Guild Wars – Die Geister von Ascalon
Eine unterhaltsame Story, nicht nur vorhersehbar und im Guild Wars Universum angesiedelt. Ich war positiv überrascht, dass es zwar vertraute Referenzen gab, aber doch eine ganz eigene Story gebaut wurde. Dass Ende 2025 das «alte» (oder wie ich sagen würde «richtige») Guild Wars mit einem «Reforged» Update wiederbelebt wurde, hat die Lektüre retrospektiv nochmals versüsst.

Ethik des Assistierten Suizids – Bozzaro, Richter & Rehmann-Sutter
Wäre ich nicht schon Mitglied bei Exit gewesen, so wäre ich es nach dieser Lektüre sicherlich geworden. Es handelt sich nicht einfach um einen erweiterten Exit-Werbeflyer, das mitnichten. Es wägt ethische Überlegungen ab, es kommen Betroffene mit den unterschiedlichsten Zugängen zur Thematik zu Wort und es beschreibt auch ländervergleichende Lösungsansätze von, letztlich nicht lösbaren, Problemen. Es erlaubt eine fundierte Meinungsbildung, welche mich zu meinem ersten Satz verleiten liess.

Die Tesla-Files - Sönke Iwersen, Michael Verfürden
Leseempfehlung. Text dazu im Lesestoff Album.**

Geschichte der Stadt Winterthur – Ziegler & Dejung (1933)
Zufallsfund, als ich mal wieder «Winterthur» bei Ricardo ins Suchfenster tippte. Prädikat: Chamä machä.

Shut up and give me the mic – Dee Snider
Lag schon eine Weile bei mir rum, als Twisted Sister die Tour für 2026 ankündigten, priorisierte ich es auf meiner Leseliste. Eine etwas andere «Rocker Biografie», (fast) kein Sex, keine Drugs, dafür hochkarätiger Rock’n’Roll. Die Szene vor dem Senatsausschuss ist immer noch fantastisch, hier noch mit Background, wie seiner Vorbereitung, ergänzt. Bei YouTube einfach mal «Dee Snider's PMRC Senate Hearing Speech (Full)» eintippen und ihr seht, was ich meine.

Der Herr der Ringe – Die Gefährten – J.R.R. Tolkien
Der erste Teil der Trilogie in der wunderbaren Übersetzung von Margaret Carroux. Kann ich nur empfehlen.

Der Spiegel – Nr. 35 – 22.8.2025
Ein Text hinter der Paywall verleitete mich dazu, wieder mal eine Ausgabe zu kaufen. Hätte es besser gelassen. Falls ihr über ein Abo nachdenken solltet, abonniert die «Blätter».

Frei denken – Magazin
Das Mitgliedermagazin der Freidenkenden. Oder wie es der Subtitel beschreibt: «Das Magazin für eine säkulare und humanistische Schweiz». Kann das Magazin wie auch die Mitgliedschaft nur empfehlen.

Vereinte Nationen – DGVN
Ich wurde Mitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, weil ich diese Publikation abonnieren wollte und man mir sagte, das ginge nur über eine Mitgliedschaft. Dass sich daraus eine Studienreise nach Washington D.C. & New York sowie neue Freundschaften entwickeln würden, hätte ich nicht kommen sehen. Im Jahr 2025 folgte dann eine weitere Studienreise auf und durch den westlichen Balkan. 2026 auch schon was im Köcher, wird spannend.

Reformen des politischen Systems in Bosnien und Herzegowina - Mario Juricevic
In Vorbereitung auf die Reise nach Sarajevo habe ich mich mit dem politischen System von Bosnien und Herzegowina auseinandergesetzt und festgestellt: «Endlich mal ein System, welches noch komplizierter und verwirrender ist als das schweizerische.»

Blätter für deutsche und internationale Politik – 1-12’25
Wo auch immer ich auf die «Blätter» verweise, meine ich diese Dinger. Ein Abo kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen. Viele Inputs und Erkenntnisse ziehe ich aus jeder einzelnen Ausgabe. In einem Gespräch zu einem beliebigen Thema wird sich bei mir, entweder gedanklich oder auch artikuliert, in etwa Folgendes abspielen: «Ah ja, wie bei den Simpsons». Oder aber: «Ah ja, wie in den Blättern». Je nach Thema halt Ersteres oder Letzteres, allerdings sind beide Quellen dermassen intelligent, dass es meist wohl etwas von beidem sein dürfte. Karl Barth beschrieb die «Blätter» schon treffend als: »Eine Insel der Vernunft in einem Meer von Unsinn«.

*#JeSuisCharlie

«Charb schloss das Manuskript am 5. Januar 2015 ab, zwei Tage vor dem Terroranschlag auf Charlie Hebdo, bei dem er getötet wurde.»

Leseempfehlig zum truurige Jahrestag.

Es paar Uszüg: «Für Geistliche jeder Glaubensrichtung ist es normaler Alltag, die Religion der Anderen nicht zu lieben, und niemand scheint sich daran zu stören. Die Pfarrer, Imame und Rabbiner haben das Recht, islamfeindlich, judenfeindlich und christenfeindlich zu sein, ohne dass jemand es ihnen zum Vorwurf machen kann.»

Denn ganz grossartig zu heilige, dogmatische Schrifte:
«Nehmen Sie irgendein Kochbuch und behaupten Sie, alles, was darin steht, sei die absolute Wahrheit. Befolgen Sie selbst mit anderen Menschen wortwörtlich die Empfehlungen dieser neuen Heiligen Schrift.
Das Resultat? Ein Blutbad! Ihr Nachbar macht wegen seiner Allergie glutenfreie Crêpes? In der Heiligen Schrift ist ein solcher Fall nicht vorgesehen! Verbrennen Sie ihren blasphemischen Nachbarn! Er fettet seine Kuchenform zu stark ein? Darauf steht der Tod!
Dasselbe Experiment ist mit jedem beliebigen Buch möglich. Versuchen Sie es doch mal aus Jux mit einem Buch von Stephen King.»

Ich täts mit "Per Anhalter durch die Galaxis" probiere, also immer schön Handtuech mitneh!

**Wer die Enthüllungen beim Handesblatt schon gelesen hat, erfährt in diesem Buch nichts Neues im Sinne von "News". Es beschreibt vielmehr, wie die Tesla-Files beim Handelsblatt gelandet sind und wie die Redaktion damit umging.

Sie stellen auch explizit den Anspruch: "Dieses Buch zeigt nicht nur, was bei Tesla geschieht, sondern auch die Geschichte hinter der Geschichte. Es offenbart die Schwierigkeiten einer solchen Recherche, die Gespräche in geheimen Redaktionssitzungen und den Umgang mit Druck. Wir wollen zeigen, wie Reporter zwischen Begeisterung und Zweifel pendeln - stets in dem Wissen, dass auf der anderen Seite der reichste Mensch der Welt steht."

Inhaltlich fiel mir besonders übel auf, dass Tesla das Prinzip der Bananaware von der Softwareentwicklung auf die Autoindustrie zu adaptieren scheint. Mit tödlichen Folgen.

Musk scheint endgültig im neofascho Sumpf abgesoffen zu sein. Dummerweise hat er mit seinen Firmen viel zu viel Macht, um ihn einfach ignorieren zu können. Warum er gefährlich ist, kommt in diesem Buch immerhin ansatzweise zur Geltung. Trotzdem bleiben die Autoren nahe an den Tesla-Files selbst und verzichten auf den ganz grossen Blick. (Ausser vielleicht im Epilog).

Viel spannender finde ich den journalistischen Aspekt. Wie geht eine Redaktion vor, was machen die Verleger, die Hausjuristen, wie schützen sie die Quelle, wie schützen sie die Daten, diese und weitere Fragen werden anhand der Tesla-Files beantwortet und es liest sich zeitenweise eher wie ein Krimi, im positiven Sinne.

Die Abstraktion zur Schweizer Rechtslage drängt sich mir beim lesen auf. Was wäre wenn es anstatt Tesla, die UBS gewesen wäre? Mit solchen Daten von einer Bank, statt eines Autobauers und die Schweizer Rechtslage hätte bereits ein Strafverfahren für die Journalisten bedeutet. Bedenklich, haben wir Hier doch ein Zeugnis für exzellenten Journalismus vorliegen.

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